Verifizieren mit ISO/IEC 15415

Bei vielen Herstellern durchlaufen die Produkte, auf denen die Data-Matrix-Codes aufgebracht sind, viele Fertigungsstufen. Es ist daher wichtig, dass die Data-Matrix-Codes in all diesen Fertigungsabschnitten prozesssicher gelesen werden können. Um Qualitätsänderungen der Data-Matrix-Codes bereits frühzeitig zu erkennen, kann auf die Norm ISO/IEC 15415 für gedruckte Codes zurückgegriffen werden. Diese Norm definiert acht Parameter, mit denen die Lesbarkeit eines Data-Matrix-Codes ausgedrückt werden kann. Sieben dieser Parameter sind Einzelbewertungen und der Achte ist die Zusammenfassung der einzelnen Auswertungen. Jede Einzelbewertung kann einen Wert zwischen 0 und 4 annehmen, wobei 4 der beste Wert ist. Die Parameter sind:

Kontrast (contrast): Der Symbolkontrast gibt die Differenz des Grauwertes zwischen den hellen und dunklen Modulen und der Übergänge zur Ruhezone des Data-Matrix-Codes an.

Modulation (modulation): Bei der Modulation wird ein Wert für das Verhältnis zwischen Schwarz- und Weißanteil des Data-Matrix-Codes angegeben. Das Verhältnis dieser beiden Anteile sollte ausgewogen sein, um einen hohen Qualitätswert zu erzeugen.

Defekte feste Muster (fixed pattern damage): Zu den festen Mustern zählen die L-Border (Finder Pattern), das gleichmäßig unterbrochene Auflösungsmuster (Clock-Pattern) und die Ruhezone. Je mehr Fehler bei diesen festen Mustern im Data-Matrix-Codes auftreten, umso niedriger der Qualitätswert.

Axiale Verzerrung (axial non-uniformity): Die axiale Verzerrung ist ein Wert, der das Verhältnis von horizontaler und vertikaler Ausdehnung angibt. Das Verhältnis dieser beiden Ausdehnungen sollte ausgewogen sein, um einen hohen Qualitätswert zu erzeugen.

Allgemeine Verzerrung (grid non-uniformity): Die allgemeine Verzerrung ist ein Wert, der die generelle Form des Data-Matrix-Codes bewertet. Verzerrt sich die Form in die Richtung eines Parallelogramms oder in eine abgerundete Form, so spiegelt sich das in einen niedrigeren Qualitätswert wieder.

Fehlerkorrektur (unused error correction): Einer der grundlegenden Vorteile des Data-Matrix-Codes ist seine Fehlerkorrektur. Eine Kennzahl für die korrigierten Fehler wird in diesem Wert abgebildet.

Wachstum (print growth): Das Wachstum gibt einen Wert für die Größe der Module an. Es kann beispielsweise bei zu viel Druckertinte oder zu kräftig eingestellten Lasern, dazu kommen, dass die Module zu groß gedruckt werden. Bei zu wenig Tinte oder zu schwach eingestellten Lasern ist der Druck der Module möglicherweise zu klein.

Gesamtbewertung (overall quality): Hierbei handelt es sich um das Minimum der anderen Einzelbewertungen und stellt sozusagen das Gesamtergebnis der Lesbarkeit dar.

Damit überall eine einwandfreie Lesbarkeit gewährleistet werden kann, sollte die Gesamtbewertung eines Data-Matrix-Codes einen hohen Wert (sicherheitshalber über oder gleich 2) haben. Die endgültige Entscheidung liegt in der Betrachtung des Anwenders. Sinnvollerweise sollten Applikationen es ermöglichen, dem Bediener eine Auswahl anzubieten, ab wann Verifizierungstools das Werkstück als NIO ausschleusen sollen. 

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